Pflanzen in der Biosphäre

Mehr als 20000 Pflanzen bevölkern die Biosphäre, darunter einige der prächtigsten Exemplare aus tropischen Wäldern. Kletterpflanzen winden sich die Bäume hinauf, hängen in den Kronen. Nutzpflanzen treiben Früchte: Zitronen, Kaffee- und Kakaobohnen. Und wie bunte Farbtupfer leuchten Bromelien und Orchideen im Grün des Regenwaldes. Besonders während der alljährlichen Orchideenblüte im Frühjahr wird die Biosphäre zum farbenfrohen Blütenmeer.

Baum der Reisenden

Baum der Reisenden in der Biosphäre Potsdam

Wie ein riesiger aufgespannter Fächer breitet sich der Baum der Reisenden (Ravenala madagascariensis) vor den Besuchern aus. Der Wappenbaum Madagaskars kann Höhen von bis zu 15 Metern erreichen und wird vielseitig verwendet; so werden seine Blätter z.B. zum Bau von Dächern genutzt. Seinen Namen hat der Baum erhalten, weil er mit seinem Wasserspeicher und seiner Ost-West-Ausrichtung in Not geratenen Reisenden sowohl Wasser als auch Orientierung bot.

Paradiesvogelblume

Paradiesvogelblume in der Biosphäre Potsdam

Die auch Königs-Strelitzie (Strelitzia reginae) genannte Pflanze dient wegen ihrer außergewöhnlichen Form und Farbigkeit v.a. als Zierpflanze. Beheimatet ist sie in Südafrika, wo sie an Flussufern und auf Waldlichtungen vorkommt. Seit dem 18. Jahrhundert wird sie kultiviert, so gibt es etwa auch eine Züchtung mit dem Namen Mandela’s Gold.

Panama-Hut-Pflanze

Panama-Hut-Pflanze in der Biosphäre Potsdam

Die Carludovica palmata gehört zu den Scheibenblumengewächsen und ist in den tropischen Gebieten Süd- und Mittelamerikas beheimatet. Ihren umgangssprachlichen Namen trägt die Pflanze nicht etwa aufgrund einer Ähnlichkeit mit Panama-Hüten, sondern weil eben diese aus den getrockneten Blattfasern der Panama-Hut-Pflanze hergestellt werden.

Orchideen

Orchideenblüte und Ausstellung in der Biosphäre Potsdam
Foto: Peter Czech

Die auch als „Königin der Blumen“ betitelte Pflanzenfamilie ist fast auf allen Kontinenten verbreitet – in Brandenburg kann man beispielweise die Art Helm-Knabenkraut auf relativ trockenen Rasen finden. Der Großteil der Vertreter der Orchideen ist jedoch in den Tropen angesiedelt, wo sie meist als Epiphyten (Aufsitzerpflanzen) in Astgabeln von Bäumen wachsen. Da im tropischen Regenwald das Blätterdach sehr dicht ist, fällt auf Pflanzen am Boden nur sehr wenig Licht. Durch die epiphytische Lebensweise sichern sich Orchideen einen Standort mit mehr Lichteinfall, müssen dafür aber auf eine sichere Nährstoff- und Wasserversorgung verzichten.

Schraubenbaum

Schraubenbaum in der Biosphäre Potsdam

Ursprünglich in Madagaskar beheimatet, ist der Schraubenbaum (Pandanus utilis) heute in vielen tropischen Regionen weltweit verbreitet. Aus den Blättern des Schraubenbaums werden Fasern gewonnen, die u.a. als Packmaterial dienen. Die quergestreifte Rinde des Baumes soll Leonardo Da Vinci zu seiner Erfindung der doppelläufigen Wendeltreppe inspiriert haben. Nur ein Beispiel dafür, wie die Erfindungen des Menschen in der Natur ihre Vorbilder haben.

Kaffeestrauch

Kaffeestrauch in der Biosphäre Potsdam
Foto: Tina Merkau

Kaffee ist wohl eines der beliebtesten Heißgetränke, vor allem am Morgen. In der Biosphäre Potsdam können Sie sich die immergrüne Pflanze Coffea genauer anschauen, die die beliebten Kaffeebohnen liefert. Gewöhnlich treten nach 3 bis 4 Jahren erste weiße Blüten auf, aus denen sich dann unreife grüne Früchte entwickeln. Diese ähneln dann im reifen Zustand aufgrund ihrer Farbe und Form kleinen Kirschen. Anders jedoch als Kirschen besitzen Kaffeebeeren weniger Fruchtfleisch und beinhalten pro Frucht zwei Samen. Zur Gattung Coffea gehören mehrere Arten, von denen aber nur Coffea arbica zur Ernte von Kaffeebohnen genutzt wird.

Banane

Bananenpflanze und Bananenblüte in der Biosphäre Potsdam
Foto: Tina Merkau

Bananen (Musa) sind immergrüne krautige Pflanzen. Obwohl ihr Stamm fest wirkt, ist er nicht verholzt sondern besteht aus mehreren dichten Schichten von Blättern. Die Früchte wachsen in sogenannten Büscheln an den Bananenstauden. Jedes Büschel besteht aus mehreren Händen. Einzelne Früchte werden als „Finger“ bezeichnet. Die Banane, wie wird sie als Obst kennen, ist eine Hybridart, das heißt eine Mischung aus verschiedenen Arten der Gattung Musa. Leider wurden wegen Bananenplantagen große Teile des tropischen Regenwaldes abgeholzt.

Vanille

Vanille in der Biosphäre Potsdam

Die Vanille (Vanilla planifolia) ist die einzige Orchideenart, die vom Menschen als Nutzpflanze kultiviert wird. Vanille war neben Kakao und Pfeffer der dritte wichtige Bestandteil des aztekischen Göttergetränks „Xocoatl“. Im 16. Jahrhundert brachten spanische Konquistadoren die Pflanze nach Europa. Heute ist Vanille eines der teuersten Gewürze und wird v.a. für süße Speisen verwendet.