Tiere in der Biosphäre

Es raschelt zwischen den Bäumen, in den Sträuchern, Vögel zwitschern und fliegen von Ast zu Ast. Langsam kriecht die Echse zum nächsten Stein und rastet. Enten und Schildkröten leben zusammen im See, schwimmen um die Wette.

In der Biosphäre können Sie rund 130 verschiedene Tierarten erleben; viele von Ihnen in authentisch gestalteten Terrarien und Aquarien. Halten Sie aber auch zwischen den Sträuchern Ausschau - es gibt auch dort Tiere zu entdecken.

Hier sehen Sie eine kleine Auswahl der bei uns lebenden Tiere.

Grüner Leguan

Grüner Leguan in der Biosphäre Potsdam
Foto: Tina Merkau
Grüner Leguan in der Biosphäre Potsdam
Foto: Tina Merkau

Lassen Sie nicht verwirren! Anders als sein Name vermuten lässt, ist der Grüne Leguan (Iquana iquana) nicht immer grün, sondern auch mal bräunlich oder – wie einige Männchen – sogar orange-rot gefärbt.

Charakteristisch für den tagaktiven Baumbewohner ist seine Kehlwamme, ein beschuppter Hautlappen unterhalb des Mauls, der sowohl der Thermoregulation als auch der Kommunikation mit Artgenossen dient. Die stark durchblutete Hautfalte kühlt ihn an warmen Tagen ab  oder wärmt ihn an kalten Tagen. Hierfür dreht sich der Grüne Leguan in Richtung Sonne und  bläht den Kehlsack auf. Ein ähnliches Verhalten kann man beobachten, wenn sich zwei männliche Leguane in die Quere kommen. Allerdings zeigt hier das Aufblähen Dominanz. Statt einen Kampf auszutragen gewinnt einfach das Männchen mit dem größeren Kehlsack.

Jemenchamäleon

Baby Chamaeleon in der Biosphäre

Wie es der Name schon sagt, kommt dieses Chamäleon hauptsächlich im Süden der arabischen Halbinsel, v.a. im Jemen vor. Mit einer Körperlänge von bis zu 50 Zentimetern gehört das Jemenchamäleon (Chamaeleo calyptratus) zu den größeren Arten der Familie. Charakteristisch für diese Chamäleons ist ihre wechselnde Färbung, die weniger mit einer veränderten Umgebung als mit der Stimmung des Tieres zu tun haben; so zeigen z.B. Chamäleonweibchen durch eine dunkle Grünfärbung mit blauen und gelben Punkten an, dass sie trächtig sind. Auch in der Biosphäre gibt es immer wieder Chamäleon-Nachwuchs - diese Kleinen sind große Publikumsmagneten.

Falscher Clownfisch

Falscher Clownfisch in der Biosphäre Potsdam
Copyright: Tina Merkau

Da der Falsche Clownfisch (Amphiprion ocellaris) ein eher schlechter Schwimmer ist, versteckt er sich vor Raubfischen zwischen Anemonen; diese beschützen die Clownfische mit dem Nesselgift ihrer Tentakeln. Zugleich verteidigt aber auch der Clownfisch die Anemonen vor spezialisierten Fressfeinden. Die Anemonen und Clownfische gehen also miteinander eine Symbiose ein. Deshalb wird die Gattung, zu welcher der Clownfisch gehört, Anemonenfische genannt.

Blauer Morphofalter

Blauer Morphofalter in der Biosphäre Potsdam

Seinen leuchtend blauen Flügeloberseiten verdankt der Blaue Morphofalter (Morpho peleides) seinen Beinamen „Himmelsfalter“. Diese schillernden Farben entstehen durch winzigen Schuppen auf den Flügeln, die nur das blaue Licht zurück werfen. Im Gegensatz zu der auffälligen Flügeloberseite ist die Unterseite in eher schlichtem Braun mit gelblichen Augen zum Vorschein. Wenn er so durch die Luft flattert, sieht man immer mal wieder das leuchtende Blau aufblitzen.

Großes Wandelndes Blatt

Großes Wandelndes Blatt "Stabschrecke" in der Biosphäre Potsdam

Wandelnde Blätter (Phyllium giganteum) sind Meister der Tarnung. Von einem Laubblatt sind sie kaum zu unterscheiden. Bei Gefahr schaukeln die Schrecken wie ein Blatt im Wind, und werden damit - auch für ihre Fressfeinde - nahezu unsichtbar. In der Biologie nennt man das Mimese. Selbst in den Terrarien der Biosphäre muss man ganz genau hinsehen und suchen, bis man sie entdeckt.

Dreifarben-Glanzstar

Dreifarben Glanzstar in der Biosphäre Potsdam

Die bei uns heimischen Stare sind bekannt für ihre komplexen Lautäußerungen und ihre Fähigkeiten verschiedenste Geräusche – sogar Handytöne – nachzuahmen. Wie seine einheimischen Verwandten zeichnet sich auch der Dreifarben-Glanzstar (Lamprotornis superbus) durch seine komplexen Lautäußerungen und die Fähigkeit zur Imitation aus. Durch das Nachahmen von Warnrufen gelingt es dem pfiffigen Waldbewohner seine Konkurrenten zu irritieren und sich so wichtige Nahrungsressourcen zu sichern.

Doktorfisch

Ein Doktorfisch in Aquasphäre-Unterwasserwelt in der Biosphäre Potsdam
Foto: Tina Merkau

Aus der Familie der Doktorfische (Acanthuridae) ist vor allem der blau gelbe Paletten Doktorfisch (Paracanthurus hepatus) bekannt. Dabei beinhaltet diese Familie noch viele andere Gattungen und deckt damit ein breites Farbspektrum ab: von knall-gelb über orange-blau gestreift bis zu schlicht grau. Auch gibt es mehrere Bezeichnungen für die fröhlichen Schwimmer: Neben Doktorfisch fällt häufig der Name Chirurgenfisch, seltener sogar Seebader. Den Vergleich mit Ärzten oder Chirurgen verdanken diese Fische einem messerscharfen skalpellartigen Stachel an ihrer Schwanzwurzel. Diesen nutzen sie zur Verteidigung, können ihn aber auch zum Angriff einsetzen. Von letzterer Einsatzmöglichkeit machen die friedlichen Tiere jedoch nur ganz selten Gebrauch.

Rotaugen-Laubfrosch

Rotaugenlaubfrosch in der Biosphäre Potsdam

Die namensgebende Augenfärbung des Rotaugen-Laubfrosch (Agalychnis callidryas) kann man im ersten Moment leicht übersehen. Da die Tiere nachtaktiv sind, bekommt man sie tagsüber eher im schlafenden Zustand zu sehen und in diesem erscheinen ihre Augen durch die halbdurchsichtigen geschlossenen Lider eher als golden. Erwacht der Frosch, klappt das Lid zurück und die roten Augen sind zu erkennen. Der Laubfrosch häutet sich jede Nacht und geht erst dann auf Nahrungssuche.

Sonnensittiche

Sonnensittich in der Biosphäre Potsdam

Diese Vögel sind nicht nur wunderschön gefärbt sondern auch sozial veranlagt. Nicht selten sieht man zwei Sonnensittiche (Aratinga solstitialis) miteinander kuschelnd auf einem Ast sitzen. Die ursprünglich in Brasilien und Venezuela beheimateten Tiere gelten neben ihrer Geselligkeit auch als sehr gelehrig. Bereits die südamerikanischen Ureinwohner zähmten Sonnensittiche und hielten sie in Gehegen.

Königspython

Auch wenn sein Name das Gegenteil vermuten lässt, ist der Königspython (Python regius) mit seiner durchschnittlichen Gesamtlänge von 1,20 m die kleinste Art der Pythons. Der Name könnte sich darauf beziehen, dass früher manche afrikanische Herrscher die Schlange als Schmuck getragen haben. Bei Gefahr rollt sich die Schlange zusammen und versteckt ihren Kopf; die englische Bezeichnung Ball Python nimmt darauf Bezug. Diese sehr anpassungsfähige Art ist sowohl in den tropischen Regenwäldern, als auch in den Savannen West- und Zentralafrikas beheimatet und wagt sich zuweilen bis in menschliche Siedlungen vor.